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Der Fjord, das Fjell, die Menschen verzaubern uns jeden Tag....
Rondane Nationalpark 2007

 

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Rondane Nationalpark 2007

An einem Wochenende im September bin ich Freitag früh gegen 8 Uhr zu Hause gestartet. Schön am Fjord entlang, Richtung Bodø. Von dort mit dem Flieger in den Süden nach Oslo - und dann mit Leihwagen wieder in den Norden -
Ziel: der Rondane Nationalpark.
Zunächst fährt man 120 km am Mjøsa entlang. Am nördlichen Ende des Sees liegt Lillehammer.
Lillehammer ist durch die Winterolympiade 1994 ziemlich bekannt, obwohl es eigentlich eine eher kleine Stadt ist - mit 25.000 Einwohnern.
Der Mjøsa ist mit 365 qkm der grösste Binnen-See Norwegens. Er hat eine Tiefe von teilweise 440m - und ist damit deutlich tiefer als die Nordsee.
Auf der Fahrt Richtung Norden auf der E6 kam ich durch Ringebu. Dort steht eine der wenigen (28!) noch gut erhaltenen Stabkirchen Norwegens. Die Kirche wurde 1220 errichtet. Man könnte meinen, die Malerarbeiten sind noch nicht fertig, da nur der Turm rot ist. Aber das ist schon seit 1630 so. Es gibt auch noch wunderschöne Stabkirchen z.B. in Lom, Borgund und Urnes.
Nach ca. 260 km wieder in Richtung Norden und einigen Serpentinen ins Hochgebirge bin ich am Ziel angekommen: Das "Rondane SPA Hoyfjellhotell".
Beim Blick aus meinem Zimmer am Abend wünscht man sich, die Zeit möge stehen bleiben....

Nachdem ich nun im Märchenland angekommen war, hatte ich noch Zeit für eine kleine Tour. Also: Karte und Wanderstiefel raus, noch fix ne Flasche mit Wasser aufgefüllt und los gings - in einen richtigen Märchenwald. Es fehlte nur noch, dass hinter irgendnem Baum ein Troll hervor lugt.
Ich hab mir eine Tour entlang eines Wasserfalls rausgesucht. Der Ulafossen führt stufenweise in die Schlucht hinunter. Am obersten Becken gab es früher einmal einen grösseren Felsen, so dass man mit etwas Anlauf auf die andere Seite springen konnte. Aber seit einem Erdrutsch (oder wohl besser: Felsrutsch) vor ein paar Jahren gibt es den nicht mehr.
Aber nicht nur die Natur unter, vor, hinter und neben mir war fantastisch. Auch über mir gab es etwas zu entdecken. Nun waren, wie man schon sehen konnte, nicht wirklich viele Wolken am Himmel. Aber was ich da entdeckt habe: einen Schwan als Wolkenbild.

Die Norweger haben ja - neben einem Boot - mindestens auch eine Hütte, wo sie die Wochenenden, Sommer und auch sonst jede freie Zeit verbringen. Vorzugsweise eben im Gebirge. Liebevoll werden diese errichtet.

Auf dem Rückweg dämmerte es dann - und mittlerweile bekam ich auch langsam Hunger.
Und da war er wieder oben am Himmel: der Schwan...
...oder war es doch eine Ente??
Apropos Ente:
Zum Abendessen gab es Heilbutt auf einem Porree-Bett mit Krabbenpürree, als zweiten Gang Entenbrust mit karamellisierter roter Beete, in Chili geschwenkten Maiskölbchen und "Blue Kongo" (hab ich noch nie gehört - war ein lila Kartoffelmus - klingt seltsam, war aber sehr lecker) und als Dessert sowas wie Mini-Eierkuchen mit frischen Waldbeeren...

Nirgendwo steht die Zeit so still wie hier im Gebirge.
Nirgends sonst sind die Gedanken so frei.
Man fühlt sich dieser atemberaubenden Natur mit seinen mächtigen hohen Bergen und der einzigartigen Stille einfach hingezogen.
Es ist ein Stück Ewigkeit.

Am nächsten Morgen lud mich das schönste Wetter ein, zeitig in den neuen Tag zu starten. Gleich nach dem Frühstück ging ich los, vorbei an den Hütten, die man dort auch mieten kann. Liebevoll gebaut - und richtig urig. Und die sternenklare Nacht brachte bereits ein paar kühle Temperaturen mit sich. An den Dächern hängen kleine Eiszapfen.
Die Sonne steht noch sehr tief und von weitem grüsst noch der Mond. Aber ich wollte ja extra früh los, um auch rechtzeitig zur Wellness-Behandlung wieder zurück zu sein.

Auf den Wiesen sieht man noch deutlich den Reif.
Wenn man genauer hinsieht, erkennt man, wie filigran sich das Eis um diese kleinen Pflanzen bildet. Selbst an ganz normalen Grashalmen wächst das Eis quasi stäbchenförmig weg. Sowas hab ich noch nie gesehen. Oder hab ich einfach nur nie so genau hingeguckt??
Auch die "Pfützen" auf dem Weg: Stäbcheneis.... Und ich hab das so lieblos zertreten. :-(
Und am Tannenzapfen.... Herrlich, wie das in der Sonne glitzert. Selbst ganz normales Moos verwandelt sich in märchenhafte Eisblumen.
Schon auf dem Weg nach oben - ein herrlicher Ausblick! Am Gipfel angekommen, bot sich eine fantastische Aussicht auf einige der über 2.000m hohen Gipfel im Rondane Nationalpark. So hab ich bei warmem Kakao und Apfelsine (typisch norwegische "turmat" -Tourverpflegung) die wunderschöne Aussicht genossen.

Anschliessend - gegen Mittagszeit wurde ich dann 2 Stunden lang mit Wellness-Behandlungen verwöhnt. Kurbad, Massage und allem PiPaPo - und das ganze hinter einem Riesenfenster mit Blick auf die Berge. Was für ein Panorama......

 


Mittlerweile haben ziemlich viele dunkle Wolken den Himmel überzogen. Kaum zu glauben - innerhalb so kurzer Zeit. Nur gut, dass ich dann nicht noch auf eine Tour aufgebrochen bin. Denn 2 Stunden später fing es an zu regnen - und das war nicht einfach nur ein Regen - sondern es schüttete wie aus Kübeln.
Da konnte ich es mir ohne schlechtes Gewissen in der Kaminstube gemütlich machen, die ersten Fotos von der Kamera runter laden und Ansichtskarten schreiben.
Das war ein gelungener Tag!
Erlebnisreich und seeeeehr erholsam und entspannend!

Sonntag morgen - Heimreise...
Nun hatte ich die Wahl zwischen Ausschlafen und durchweg den Heimweg antreten - oder zeitiger losfahren und noch ein bissl Kultur mitnehmen. - Ich entschied mich für letzteres. :-)
Noch ein Blick beim Frühstück aus dem Restaurant auf einen Teil des Wasserfalls, den ich am Freitag nach der Ankunft bewandert hab. Dann ging die Fahrt durch trübes Regenwetter.
Ich hab schon darauf gewartet, dass irgendwo ein kleiner Hobbit auftaucht...... :-)
Aber selbst die tiefhängenden Wolken, die wie Zuckerwatte in den Bergen liegen und der Nebel verbreiten eine mystische Stimmung und zusammen mit den Herbstfarben ein tolles Licht.

In Hamar (ca. 70 km nördlich von Oslo) hab ich dann Station gemacht. Zum einen war ich sehr interessiert, mir die Domkirchenruine anzusehen - und hab gleich daneben noch ein kleines Freiluftmuseum entdeckt. Solcherlei findet man in Norwegen öfter. Es werden auf einem Platz mehrere verschiedene solcher uralten Gebäude zusammengetragen - Höfe, Wohnhäuser, Ställe, Schulen, Bürgerhäuser usw... Dieses "bygdetunet" liegt auch sehr idyllisch direkt am Mjøsa - dem grössten See Norwegens.
Auf den Bildern kann man es nur ahnen - aber es regnet aus Kübeln!!
Trotzdem hab ich noch den Blick für schöne Herbstfarben...

Aber, wieder im Auto angekommen durfte ich keinen Blick in den Spiegel wagen - ich war klatschnass - und die Brühe lief nur so - in den Nacken - und überall hin... Aber egal - Heizung an - bis Oslo ist alles wieder trocken. Und wie ich ausseh ist jetzt auch wurscht. Ich will heut zu keinem Ball mehr.... Sondern bloss wieder nach Hause.
Der Rest ging dann auch wie am Schnürchen - Auto parken - Schlüssel bei der Vermietung abgeben - am Automaten für den Flug einchecken - das Gepäck abgeben - durch die Sicherheitskontrolle - fix zum Gate - einsteigen - Platz suchen - 1,5 Stunden schlafen - und schon wartete Bodø auf mich - und die wunderschönen Gebirgsketten ringsherum...
Wieder ein schöner Himmel und Sonnenschein - ääähm: Sonnenuntergang.
Nun - nix wie ab nach Hause - die restlichen 90 km am Fjord entlang fahre ich so gern. Da vergeht die Zeit wie im Flug.
Hab unterwegs noch Max eingesammelt. Er war das Wochenende über bei Bekannten. Die ganze Familie war im Gebirge in ihrer Hütte - und waren auf Jagd. Die Saison hat gerade begonnen. Stolz haben die Jungs mir die Beute gezeigt: 4 Schneehühner .

So hatte jeder von uns ein tolles Wochenende!! :-)
Und ich war doch wieder überrascht, was man an 2,5 Tagen alles erleben und sehen kann....

 

       

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This site was last updated 01/14/09